LEA LANGENFELDER


Performance . Text . Installation . Regie 

 

langenfelder | lichtenberg


Preenacting Reenacments - Recherche

Die Künstlerinnen Lea Langenfelder und Sophie Lichtenberg (http://sophielichtenberg.de) haben Kontakt zur Bundeswehr im fränkischen Hammelburg aufgenommen. Hier, im VN Ausbildungszentrum, werden Journalist*Innen von Soldat*Innen der Bundeswehr auf den Auslandseinsatz in Krisengebieten vorbereitet. Solch ein Lehrgang umfasst acht Tage gespielten Krieg mit scharfen Waffen, Belehrungen und Entführungsszenarien. Welches Bild von Krieg eröffnet der Lehrgang in Hammelburg seinen Teilnehmenden? Wie veranschaulicht das VN Ausbildungszentrum den Krieg, in Verzicht auf massenmediale Methoden und Plattformen wie Zeitungen und Internet?

Langenfelder und Lichtenberg erklären den für Journalist*Innen gespielten Krieg in Hammelburg zum Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit „Preenacting Reenactments“, in der sie die Frage nach einem Weg der Kriegsrezeption, abseits von gängigen massenmedialen Repräsentationen stellen. Hierzu begleiten die Künstlerinnen einen Lehrgang der Bundeswehr als Hospitantinnen, untersuchen den zweckgebundenen Umgang mit immersiven Strategien im nicht-künstlerischen Kontext der Übungen in Hammelburg. In diesem Zuge führen sie Interviews mit ehemaligen und aktiven Soldat*Innen und Teilnehmenden, sammeln Artefakte, Töne, Geschichten, Texte und Bilder. Aktuelle, themenspezifische Wissenschaften aus den Bereichen Spieltheorie und Theater werden den Ergebnissen gegenüber gestellt und eröffnen so einen interdisziplinären Dialog. Darüber hinaus dokumentieren die Künstlerinnen ihren prozessualen Umgang mit dem Recherchematerial und stellen dies Interessenten auf einem Blog (https://preenactingreenactments.tumblr.com/) frei zur Verfügung. Anschließend an ihre Untersuchungen in Hammelburg entwickeln sie darauf aufbauend eine Installation, die 2018 im 2OG (https://www.2og-website.com/) in Berlin zu sehen sein wird.


(Bild zum Vergrößern bitte anklicken)

Preenacting Reenactments wird fotografisch und filmisch durch die Künstlerin Lisa Bergmann begleitet.

Das Projekt wird gefördert vom Fonds darstellende Künste (https://www.fonds-daku.de/foerderungen-2017-foerderrunde-1/).


 

Fiktionsfabrik
09. – 11. November 2017, Luis Leu Karlsruhe

Willkommen in Hammelburg,
willkommen in der Simulation,
willkommen in einer Fabrik der Fiktion – deiner Realität.


Foto: Sophie Lichtenberg

Lea Langenfelder und Sophie Lichtenberg haben ein von der Bundeswehr ausgerichtetes Training begleitet, das JournalistInnen auf die Arbeit in Krisengebieten vorbereiten soll. Anschließend an ihre neunmonatige Recherche Preenacting Reenactments präsentieren sie einen ersten künstlerischen Kommentar zu den partizipativen Übungen der deutschen Bundeswehr. In ihrer Ausstellung reflektieren die Künstlerinnen Macht und Wirkmechanismen inszenierter Erfahrungen und immersiver Formate. Dabei interpretieren sie das militärische Übungsgelände in Hammelburg als Fiktionsfabrik und fragen, wie Wirklichkeit und Fiktion einander beeinflussen.


Foto: Sophie Lichtenberg

Konzept: Lea Langenfelder und Sophie Lichtenberg
Performance: Tabea Panizzi
Sound: Philippe Mainz
Grafik: Xenia Fastnacht


Foto: Sophie Lichtenberg

Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung Landesbank Baden-Württemberg und Theater Performance Kunst Rampig.


 

Preenacting Reenactments, bespielte Rauminstallation
15.03 – 07.04.2018, 2 OG, Alte Münze Berlin

Das 2 OG in der Alten Münze Berlin zeigt die bespielte Rauminstallation Preenacting Reenactments der Künstlerinnen Lea Langenfelder und Sophie Lichtenberg. Zwischen Paradeuniform und Krisengebiet, zwischen Heldentum und Kampfeinsatz, zwischen Immersion und Wirklichkeit liegt Hammelburg – das Vereinte Nationen Ausbildungszentrum der Bundeswehr.


Foto: Jascha Kretschmann

Die Künstlerinnen Sophie Lichtenberg und Lea Langenfelder haben dort ein Training begleitet, das Journalistinnen und Journalisten auf die Arbeit in Krisengebieten vorbereiten soll. Preenacting Reenactments ist das Ergebnis einer umfangreichen Forschungsarbeit entlang der Schnittstelle zweier Welten, die zunächst keine Berührungspunkte erwarten lassen.


Foto: Jascha Kretschmann

Ausgehend von der Methodik immersiver und partizipativer Formate in Darstellender wie Bildender Kunst auf der einen sowie des simulierten Ernstfalls zu Ausbildungszwecken auf der anderen Seite, entwickelten Langenfelder und Lichtenberg einen Balanceakt zwischen Realität und Fiktion.

Interview Langenfelder / Lichtenberg auf Flux FM, Radio Arty.

Auf 200 Quadratmetern entstand eine von drei Performerinnen bespielte Rauminstallation, die Macht- und Wirkmechanismen simulierter Erfahrungen hinterfragt. Preenacting Reenactments interpretiert das militärische Übungsgelände als Fiktionsfabrik und untersucht die Möglichkeit, aus konstruierten Erfahrungswerten Erkenntnisse für die Wirklichkeit abzuleiten. Militärs als Darsteller, leerstehende Gebäude als Kulisse oder gar Statisterie: Die Inszenierung auf dem Truppenübungsplatz ist von opernhafter Opulenz. Doch wird dieser artifiziellen Wirklichkeit ausreichend Macht zu eigen, um die Realität zu beeinflussen? Und kann ein Kunstprojekt, das die gewohnten Grenzen zwischen Darstellenden und Zusehenden auflöst, vergleichbaren Einfluss entwickeln?


Foto: Jascha Kretschmann

Die künstlerisch kommentierende Ausstellung basiert auf einer neunmonatigen Recherche, die Langenfelder und Lichtenberg auf ihrem Forschungsblog dokumentieren. Zudem entstand ein Arbeitsbuch, das weitere Rezeptionsebenen zur Ausstellung eröffnet und geführte Interviews sowie philosophisch wissenschaftliche Assoziationen dokumentiert und anstößt.


Foto: Jascha Kretschmann

Preenacting Reenactments wird auf der Ausstellungsfläche des 2 OG – CONTEMPORARY OPPORTUNITIES der Alten Münze Berlin präsentiert. Das 2 OG versteht sich als experimentelles Zentrum unabhängiger Kulturproduktion in der Alten Münze in Berlin-Mitte, das Künstlerinnen und Künstlern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Kreativen einen Arbeits- und Präsentationsraum zur Verfügung stellt. Im Zentrum stehen dabei interdisziplinäre Ideen für eine bessere, gut aussehende Zukunft, Stadt und Gesellschaft sowie die Entwicklung und Öffnung des Areals der Alten Münze.


Foto: Jascha Kretschmann


Foto: Jascha Kretschmann


Foto: Jascha Kretschmann


Foto: Jascha Kretschmann


Foto: Jascha Kretschmann

 

Geöffnet:
Vernissage Donnerstag 15. März, 19:00-23:00 Uhr
Freitag, 15. März, bis Freitag, 06. April,
immer von Donnerstag bis Sonntag, 14:00-20:00 Uhr
Finissage 07. April, 14:00-23:00 Uhr

Konzept: Lea Langenfelder, Sophie Lichtenberg
Szenografie: Sophie Lichtenberg
Text: Lea Langenfelder
Performance: Georg Weislein, Edith Kaupp, Tabea Panizzi
Sprecher: Nils Kirchgeßner
Kostüm: Saskia Juliane Kummle
Sound: Philippe Mainz

Gefördert durch den Senat für Europa und Kultur Berlin

Wir sind Partner von Theaterscoutings Berlin, ein Angebot, das Sie durch die Freie Szene begleitet. Das monatlich wechselnde Programm finden Sie unter www. theaterscoutings-berlin.de.